Knödel-Tricks… und Tipps

Jeder hat ja so seine Tipps und Trick, der sie oder er beim Kochen anwendet.
Gerne dürfen sie hier verraten werden!

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Cerealix
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Knödel-Tricks… und Tipps

Beitrag von Cerealix »

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Update 15:30 Uhr Ergänzung der Überschrift
Ein Tipp ist ein nützlicher Ratschlag oder ein kleiner Hinweis, der bei einer Aufgabe hilft. :lol:
Was für Knödelteig-Tricks habt ihr noch auf Lager?
Diese Frage aus dem Topfgucker-Thread greife ich mal auf.
Wenn’s gut läuft, könnten vielleicht einige Beiträge zusammenkommen.


Topfenknödel konnten mich bislang nicht überzeugen, auch keine süßen Varianten.
Geschmacklich sagt mir eine Basis aus Kartoffeln mehr zu - typisch für Niederrheiner mit schlesischen Wurzeln. ;)
Die Verarbeitung dieser Masse gefällt mir… fühlt sich einfach gut an.

In jedem Fall ist es hilfreich, die Feuchtigkeit der Kartoffeln zu reduzieren. :idea:
So gelingt es mir:
Die Kartoffeln heiß durch eine Kartoffelpresse in einem Durchschlag pressen und sehr gut ausdampfen lassen, optimal nach draußen rausstellen und auskühlen lassen. Die vorbereitete Masse kann danach verpackt im Kühlschrank gelagert und später verwendet werden.
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Besonders fein werden die Knödel, wenn statt des Standardmehles ein Spätzlemehl verwendet wird.
Noch ein Tipp: :idea:
Zum Abdrehen der Knödel verwende ich Kartoffelmehl.
Wichtig - sparsam verwenden, dann erzeugt es eine leicht glänzende Oberfläche bei den fertigen Knödeln.
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Pflaumenknödel mit gebräunter Butter
Pflaumenknödel mit gebräunter Butter
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Falls es interessiert, anbei mein Arbeitszettel.
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Lieber auf neuen Wegen stolpern, als in den alten Bahnen auf der Stelle treten.
Jochen Mariss
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lucopa
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Re: Knödel-Tricks

Beitrag von lucopa »

Die besten Marillenknödel gibt es auf der Emberger Alm in Kärnten. Ich versuch nun schon seit Jahren das Geheimnis des Knödelteiges zu entschlüsseln. Bei jedem Gasthausbesuch habe ich versucht ein weiteres, klitzekleines Geheimnis der Wirtin zu entlocken. Das besondere Merkmal der Knödel ist für uns die Zartheit des Teigmantels. Mit Kartoffeln im Teig wird der Teig viel zu zäh und trifft deshalb unser Vorbild nicht im Entferntesten. Ich habe mich also auf den Weg gemacht immer näher an dieses heran zu kommen. Je weniger Mehl wir verwenden, desto mürber wird letztendlich die Teigumhüllung.
Die nächsten Versuche werden, ohne Mehl, mit ein paar Löffel Mondamin und vielleicht etwas Semmelbrösel statt finden.
Hier ist das für unseren Geschmack schon recht gut gelungene Marillenknödel-Rezept:

Marillenknödel mit Topfenteig
Zutaten für 6 - 7 Knödel

Zutaten
500 g Topfen
1 Ei
1 gute Prise Salz
Abgeriebene Zitronenschale einer großen Zitrone
50 g Butter, weich
100 g Weizenmehl 550
50 g Semolina
20 g Vanillezucker
6-7 Marillen
6-7 Stück Würfelzucker
Etwas Marillenschnaps oder -Likör

Zubereitung
Butter, Salz, Ei, Vanillezucker, die Hälfte der Zitronenschale mit 125 g Topfen schaumig rühren. Danach den restlichen Topfen mit einem Schneebesen vorsichtig unterheben. Nicht zu stark rühren sonst wird der Topfen zu flüssig. Ganz zum Schluss das Mehl dazugeben.
Marillen in der Zwischenzeit entkernen. Anstelle des Kernes ein Stück Würfelzucker setzen und ein paar Tropfen Marillenschnaps oder -Likör hineintropfen.
Mit einem Löffel eine Teigportion aus der Schüssel nehmen (Eine Schüssel mit einem runden Boden eignet sich hierfür besonders gut). Hände nass machen. Den Teig flach drücken, die Marille darauf platzieren und rings herum mit Teig verschließen.

Marillenknödel kochen
Reichlich Wasser in einem flachen, großen Topf mit Salz, der restlichen Zitronenschale und 2 EL Zucker aufkochen. Die Knödel vorsichtig hinein-
geben und 8 bis 10 Minuten leicht köcheln lassen. Vorsicht, damit sie nicht platzen.
Die Marillenknödel in den Butterbröseln wälzen, mit Staubzucker bestreuen und anschließend sofort servieren.

Butterbrösel herstellen Das erfordert größte Geschicklichkeit (hier steht und fällt das Gelingen guter Marillenknödel)
Die Butter in einer Pfanne schmelzen lassen. Dann erst die Brösel hineingeben, aber nicht alles auf einmal. Mit Gefühl arbeiten! Es gehören soviel Brösel hinein, dass gerade keine Klumpen vorhanden sind, aber die Brösel sich ordentlich mit Butter vollgesaugt haben. Wer mit Butter spart, wird erfolglos bleiben. Wenn man Nüsse dazugeben will, sollte man sie anrösten.
Die Brösel bei mittlerer Hitze mit viel Liebe und Aufmerksamkeit bräunen und zwar so lange bis jedem einzelnen Krümelchen eine gute Röstung anzusehen ist. Ansonsten schmecken die Brösel halt nur nach altem Brot.
Zum Umrühren einen flachen Holzspatel verwenden! Ein Kochlöffel ist nicht dazu geeignet, denn damit erwischt man nicht den gesamten Bodensatz. Am Boden der Pfanne bildet sich nämlich nach kurzer Zeit, je nach Hitze, eine dunkle Bröselschicht, die dann schnell aufgemischt werden sollte. Dann muss man sich wieder etwas gedulden bis sich die nächste Schicht gebildet hat. Dann wieder blitzschnell umrühren. Die richtige Hitze ist dabei entscheidend. Ist sie zu hoch, verbrennen die Brösel, und zwar in Lichtgeschwindigkeit. Ist die Hitze zu gering, tut sich nix. Erst wenn die Brösel bereits eine schöne Bräune zeigen und fast fertig sind, kommt der Zucker dazu. Er darf nicht zu lange mitrösten, da er sonst karamellisiert und steinharte Klumpen in den Bröseln bildet. Die Bröseln sollten während der ganzen Zeit nie aus den Augen gelassen werden, denn so schnell kann man gar nicht schauen, wie die anbrennen. Hat man jedoch mit Liebe und Sorgfalt gearbitet, wird einem Ruhm und Ehre gewiss sein.
Die Knödel in den Zuckerbröseln schwenken. Eine Prise Zimt über die fertigen Marillenknödel runden das Gericht perfekt ab.
Zur Krönung der Marillenknödel braucht man noch echte, feine Nussbutter. Sie wird über die bereits geöffneten Knödel gegossen und ist für den Geschmack unentbehrlich. Diät machen wir besser später. Ich halte gar nix davon, aus Angst vor Kalorien Abstriche zu machen, die einem Gericht nicht guttun. Essen wir doch lieber nur einen Knödel statt zwei oder am nächsten Tag einen Salat, anstatt sich um einen Genuss zu bringen, dem wir ohnehin nur wenige Wochen im Jahr frönen können.

Nussbutter
Nussbutter kennt man unter dem Namen „Braune Butter“ oder Beurre Noisette. Die Butter wird so lange erhitzt, bis sich der Milchzucker absetzt und im klaren Fett röstet und hocharomatische, dunkle Butter zurückbleibt. Keine Angst, es geht ganz leicht.
Die Butter in einen kleinen Topf geben und aufkochen lassen. Eine Zeit lang sanft dahinblubbern lassen bis sich das Fett klärt. Man erhält zunächst feines Butterschmalz. Wenn dieses nun länger erhitzt wird, bräunt es und der karamellisierende Milchzucker gibt der Butter einen feines, nussiges Aroma.
Man kann die fertige Nussbutter durch eine Sieb abseihen um klares Fett zu erhalten oder einfach so verwenden, samt den enthaltenen Röststoffen, die noch ein bisschen Geschmack extra hinzufügen.
Dazu passt besonders ein kalter, süßer Muscat. Ein Genuss!
Marillenknödel.jpg
Marillenknödel.jpg (109.27 KiB) 299 mal betrachtet
Manfred
Zuletzt geändert von lucopa am 18.08.2026, 15:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Knödel-Tricks

Beitrag von Cerealix »

lucopa hat geschrieben: 17.08.2026, 16:55 Die nächsten Versuche werden, ohne Mehl, mit ein paar Löffel Mondamin und vielleicht etwas Semmelbrösel statt finden.
Fluffigkeit durch den Wechsel von Mehl zu Mondamin… :roll:
Vincent Klink verwendet Weißbrot, dass er aufbereitet…. irgendwie habe ich bei seinem Rezept ein ganz gutes Gefühl. ;)
Vielleicht gibt’s von mir doch noch einmal einen weiteren Testlauf mit Topfenknödel. :mrgreen:
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Jochen Mariss
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Re: Knödel-Tricks… und Tipps

Beitrag von nutmeg »

Lesetipp:
https://www.derstandard.at/story/300000 ... lenknoedel

Brandteig wäre auch noch eine Variante. (Leider noch nicht gekostet)
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lucopa
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Re: Knödel-Tricks… und Tipps

Beitrag von lucopa »

Andreas, eine fantastische Seite. Der "Kartoffel-Topfenkrieg" einfach grandios. Hier bekommen die "Tricks" nochmals eine andere Dimension.

Manfred
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Cerealix
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Re: Knödel-Tricks… und Tipps

Beitrag von Cerealix »

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"Kartoffel-Topfenkrieg" :? :? :? Keine Ahnung worauf Manfred zugriffen hat.

Der von Andreas eingestellte Link führte mich zum Artikel „Die Suche nach dem perfekten Marillenknödel“.
Zuerst eine kurze historische Betrachtung.
Anschließend wird auf die Auswirkungen der einzelnen Komponenten des Topfenteiges eingegangen,
besonders ausführlich auf die des Topfens.
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Jochen Mariss
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Re: Knödel-Tricks… und Tipps

Beitrag von lucopa »

Uli, seit Urzeiten scheiden sich in Österreich die Marillenknödel-Geister wer nun den besseren Knödelteig hätte.
Z. B. der Threadersteller bemerkt:
Den unappetitlichen Irrtum eines Kartoffelteig-Fruchtknödels haben wir ignoriert.
Ich selber bevorzuge ganz entschieden den Topfenteig; meine Frau mag den Kartoffelteig lieber. Über Geschmack lässt sich bekanntermaßen streiten; aber doch wirklich nicht ernsthaft?

Manfred
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hansigü
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Re: Knödel-Tricks… und Tipps

Beitrag von hansigü »

Manfred, das Zitat ist von wem? Denn von Uli, dem Threadersteller stammt es ja nicht!
Gruß Hansi


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_xmas
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Re: Knödel-Tricks… und Tipps

Beitrag von _xmas »

Ich helf mal aus, weil Quellen nunmal genannt werden müssen. ;)

Zitat: Den unappetitlichen Irrtum eines Kartoffelteig-Fruchtknödels haben wir ignoriert. Aus: "Der Standard"
Alle sagten: das geht nicht.
Dann kam einer, der wusste das nicht, und hat´s einfach gemacht.
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